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Konzertreview: 4. Juli 08, Steinbruch Duisburg

Im Duisburger Süden, zwischen Autobahnen und Bahngleisen, liegt ein hübscher Biergarten namens Steinbruch, der über einen idyllischen Garten nach hinten raus verfügt. Dort spielten wir im Vorprogramm des legendären Tom Liwa. Ja, dieser Tom Liwa, Sänger der inzwischen Gott sei Dank wiedervereinigten Flowerpornoes und nicht wegzudenkender Teil der Indieszene des Ruhrgebiets der frühen 90er Jahre.
Dem Himmel sei Dank klarte derselbige abends auf, und so konnte das Konzert wie geplant draußen stattfinden. Und so konnten wir die vielen Dämmerungslieder auch endlich einmal in der Dämmerung spielen, was für ganz erstaunliche Parallelen zwischen Liedtext und Umgebung sorgte: Als die Sonne endlich unterging, zündeten wir Kerzen an, und wir waren alle vereint in unseren Blicken hinüber zu Waldrand, wo sich der Himmel rötlich verfärbte.
Davon kann man sich im diesem Bootleg (dem ersten überhaupt!) ein Bild machen:



Das Publikum blieb gleichwohl ein wenig steif, und der Schlussapplaus war wohl nicht einmal so lang wie es der Nachhall des Schlussakkords in der Klosterkirche von Neresheim gewesen wäre.
Dass dies aber nicht nur an uns lag, zeigte dann die sich in den Auftritt von Tom Liwa hineinziehende Steifheit des Publikums, die sich eigentlich erst zu Beginn des dreiviertelstündigen Zugabenblocks verflüchtigte. Zu schade, denn schon vorher wusste Herr Liwa durch sein zauberhaftes Gitarrenspiel und seinen erdigen Gesang zu gefallen. Tom Liwa singt wie er spricht, und damit meine ich nicht nur die Klangfarbe seiner Stimme, sondern auch seine Art des Dichtens, die so ehrlich daherkommt, als ob er damit tatsächlich mir jetzt hier etwas zu sagen hätte.
Und derweil hatte jemand in der Linde, welche die kleine Bühne überdachte, Lampions angezündet, die so heimelig leuchteten, dass am Ende des Abends wohl jeder, inklusive Tom Liwa und uns, im Stillen zu sich sagte: "Wir waren heute auf einem Konzert".
16.6.08 20:14
 


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